WIE GEFÄHRLICH IST EIN JOB IN DER LUFTFAHRT FÜR DAS GEHÖR?

Wie wirkt sich die Lärm-Dauerbelastung auf das Gehör von Mitarbeitern in der Luftfahrt aus?
Das Dröhnen eines Flugzeugmotors und das Getöse beim Start sind für Kapitän Mike Cottell Berufsalltag. Er arbeitet seit 25 Jahren als Pilot – und hat 15 000 Flugstunden absolviert. Dieser Beruf hat seine schönen Seiten, aber eine seiner unerfreulichsten Nachteile ist die Gefahr des Hörverlusts.

Manche haben gegen Ende Ihres Arbeitslebens bis zu 30 000 Flugstunden absolviert. Wenn man das in Jahre umrechnet, sind das fast vier Jahre, in denen man permanent einem hohen Lärmpegel ausgesetzt ist.
- Cpt. Mike Cottell
Ununterbrochen dem Lärm ausgesetzt zu sein, kann für Angestellte in der Luftfahrt gefährlich werden. Piloten, Flugbegleiter, Mechaniker und Gepäckabfertiger verbringen allesamt einen Grossteil ihrer Arbeitszeit in lauter Umgebung. Heute werden die meisten auf die eine oder andere Weise vor donnernden Düsentriebwerken geschützt, ganz im Gegenteil zur Generation vor ihnen. Und die muss heute ihren Preis dafür bezahlen.

Eine Studie des amerikanischen Bureau of Labor Statistics (Amt für Arbeitsmarktstatistik) stellte fest, dass es nur in der Metallverarbeitungsindustrie noch mehr Fälle von Hörverlust unter den Angestellten gibt als in der Luftfahrtbranche. Der Bericht stellt Folgendes fest:
Ein erheblicher Teil der Mitarbeiter dieser Branche ist als Gepäckabfertiger, Mechaniker, Servicetechniker u. Ä. angestellt. „Diese Arbeiter sind dem extremen Lärm von Flugzeugen ausgesetzt und deshalb anfällig für berufsbedingten Hörverlust.“
- U.S. Bureau of Labor Statistics
Anhaltende Lärmbelastung
Wie viel Lärm ist Flughafenpersonal eigentlich ausgesetzt? Wissenschaftler der Purdue University (Indiana, USA) haben gemessen, dass der Schallpegel eines Düsenjets aus 25 Metern Entfernung bei 150 dB liegt – und damit ein Trommelfell zerstören kann. Der Start eines Düsenjets aus 305 Metern Entfernung produziert einen deutlich geringeren Schallpegel von 100 dB, steht aber immer noch im Verdacht, bei einer täglichen Belastung von 8 Stunden – der üblichen Arbeitszeit eines Gepäckabfertigers oder Rollfeldarbeiters – ernsthafte Hörminderungen zu verursachen. Im Vergleich: für ein gewöhnliches Gespräch im Restaurant wurden nur 60 dB ermittelt. Laut Mike Cottell haben viele ältere Piloten aus den 1960ern oder 70ern heute Hörprobleme, weil sie während des Flugs und der Vorbereitungen auf den Flug keinen Gehörschutz trugen. Eine der populärsten Maschinen dieser Zeit war die Boeing 727, die als besonders laut galt.

Aber nicht nur Piloten leiden unter der anhaltenden Lärmbelastung. Personal wie Gepäckabfertiger und Mechaniker, die ausserhalb des Flugzeugs arbeiten, ist dem Lärm noch stärker ausgesetzt als Piloten.

2009 hat ein Gepäckabfertiger der Air Canada seinen Arbeitgeber erfolgreich wegen seiner Hörminderung verklagt, die er durch übermässige Lärmbelastung während der Gepäckverladung bei laufenden Triebwerken erlitten hatte. Er führte den Hörverlust teilweise auch auf laute Transportbänder zurück.

Eine Studie, die in Schweden unter 327 Beschäftigten der Flugzeugwartung durchgeführt wurde, bestätigte die Gefahr*. Es konnte gezeigt werden, dass die untersuchten Arbeiter (alle unter 40) häufiger Hörminderungen aufwiesen als die Vergleichsgruppe, die keiner berufsbedingten Lärmbelastung ausgesetzt ist.
Lärmschutz
Heute bemüht sich die Forschung darum, Flugzeuge mit Active Noise Control („Antischall“) auszustatten, wodurch der Lärm in der gesamten Kabine stark reduziert wird. Bei dieser Technologie wird ein Schallsignal erzeugt, das mit gleicher Amplitude dem ungewünschten Lärm entgegengesetzt wird. Durch die Anwendung dieses Signals wird es leiser in der Flugzeugkabine. Vielleicht kennt man die Methode von Noise-Cancelling Headsets. Ebenso funktioniert sie in grösserem Massstab in einer Flugzeugkabine.

Ausserdem wird übermässiger Lärm der Flugzeuge heutzutage auch durch Ohrstöpsel und Kopfhörer gedämpft. Die amerikanische Behörde für Arbeitssicherheit und -gesundheit (Occupational Safety and Health Association) fordert individuellen Gehörschutz für alle, die am Arbeitsplatz über 85 dB ausgesetzt sind. Rob Hunter, Chef der Flugsicherheit der britischen Pilotenvereinigung Airline Pilots Association, meint, dass Hörminderungen bei Piloten jetzt kein grosses Thema mehr seien, da Gehörschutz Standard ist.

Laut Hunter deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass Piloten dazu neigen, einen einseitigen Hörverlust zu erleiden, da die Headsets im Cockpit meist nur auf einer Seite getragen werden. Neue Piloten werden nun aufgefordert, Headsets zu tragen, die beide Ohren bedecken. „Aus der Position des Piloten sind Flugzeuge heute nicht mehr so laut wie früher“, fasst er zusammen.

Trotz aller Verbesserungen müssen Piloten und andere Luftfahrt-Angestellte das Risiko der Lärmbelastung ernst nehmen. „Es geht hier um langfristige Belastung“, sagt Flugkapitän Cottell. „Heute ist Vorbeugung der Schlüssel, und die Arbeitssicherheit sollte immer im Vordergrund stehen.“

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